Sinn der Förderung in Frage gestellt
22 Aug
Autor: admin - Kategorie: Rollhockey 1.Bundesliga
In der vergangenen Saison waren sie ganz nah dran. Die Rollhockey-Herren des SK Germania Herringen standen sowohl im Finale der Bundesliga als auch im Endspiel der Pokalrunde.
Zweimal scheiterte die Mannschaft von Trainer Norbert Hages nur hauchdünn an der ERG Iserlohn. Deshalb sollte man eigentlich damit rechnen, dass in der kommenden Saison wieder um die Titel mitgespielt werden kann. Doch davon ist der SK Germania nach einer für den Vorsitzenden Michael Brandt äußerst arbeitsreichen Sommerpause derzeit meilenweit entfernt. In Herringen werden ab sofort wieder kleinere Brötchen gebacken.
Denn Brandt ist froh, dass er in den vergangenen Wochen zumindest einen Ausverkauf der überaus erfolgreichen Mannschaft verhindern konnte. Nachdem sich BundesligaTorschützenkönig Kevin Karschau Richtung Iserlohn und sein “Vize” Milan Brandt zum ambitionierten Zweitligisten Bison Calenberg verabschiedet hatten, entschied sich auch Sebastian Glowka dafür, Karschau ins Sauerland zu folgen. Addiert man die Treffer dieser drei ehemaligen SKG-Stürmer, kommt man exakt auf 99 Tore. Die hat so manche Erstliga-Mannschaft in der vergangenen Meisterschaftsrunde nicht einmal gemeinsam geschafft.
Aber nicht nur der Meister aus Iserlohn wilderte im Herringer Revier. Auch der RSC Cronenberg und die ERSG Walsum versuchten intensiv, weitere Talente der Germanen abzuwerben. Natürlich mit guten finanziellen Angeboten. Das konnten die SKG-Verantwortlichen gerade noch einmal verhindern, obwohl sie nicht über einen sechsstelligen Etat wie die anderen Bundesliga-Spitzenklubs verfügen. Wie lange die Herringer Talente allerdings dem Lockruf des Geldes auch in Zukunft widerstehen können, muss abgewartet werden.
Bei der Germania stellt man sich allerdings die Frage, ob sich intensive und erfolgreiche Nachwuchsarbeit überhaupt rentiert, wenn am Ende die besten Spieler dann doch den Verein verlassen. Aus diesem Grunde will übrigens der eine oder andere Jugendcoach der Herringer seine Tätigkeit einstellen. Für den Vorsitzenden Michael Brandt eröffnen sich also immer neue Baustellen.
Brandt schiebt den Schwarzen Peter allein dem Verband zu. Der Herringer Vorsitzende setzt sich schon seit Jahren für Aufwandsentschädigungen ein, wenn die geförderten Spieler von anderen Vereinen verpflichtet werden. Klubs wie Iserlohn kümmern sich überhaupt nicht um den Nachwuchs. Sie holen lieber fertige Spieler, die ja bekanntlich keine Ablösesumme kosten.
Dennoch muss die Frage, ob sich Nachwuchsarbeit überhaupt noch lohnt, auch in Herringen mit einem klaren Ja beantwortet werden. Der Verein hat in den vergangenen Jahren auf Grund seiner außergewöhnlichen Talentförderung im Jugendbereich Titel in Serie erobert. Auch wenn im Seniorenbereich noch keine Meisterschaft heraussprang – der SK Germania hat es geschafft, fast ausschließlich mit eigenen Kräften zu den besten Adressen im deutschen Rollhockey zu gehören. Und immerhin sind die Grün-Schwarzen in der kommenden Saison auch wieder international in der Champions League vertreten. In Hamm erhält der Verein inzwischen deshalb auch von Sponsoren die Anerkennung, die er verdient hat.
Quelle: WA-Online P. Sch. 22.08.2009








Informationsbroschüre für Rollhockey-Beginner


